Wärmeerzeugung im Bestandsgebäude

Welche Technik passt, entscheidet das Gebäude, nicht der Prospekt.

Erst das Gebäude, dann das Gerät

Die wichtigste Zahl steht nicht im Datenblatt des Kessels, sondern im Haus: Welche Vorlauftemperatur brauchen die vorhandenen Heizflächen, damit es warm wird? Ein Altbau mit kleinen Rippenheizkörpern verlangt etwas anderes als ein saniertes Haus mit Flächenheizung.

Aus dieser Zahl folgt fast alles Weitere. Sie entscheidet, ob eine Wärmepumpe wirtschaftlich arbeitet, ob größere Heizkörper sinnvoll sind und wie viel ein hydraulischer Abgleich bringt.

Deshalb beginnen wir nicht mit dem Gerät, sondern mit einer Aufnahme der Anlage: Heizflächen, Rohrnetz, Dämmzustand, Warmwasserbedarf. Erst danach reden wir über Technik.

Was wir bei der Aufnahme prüfen

Erneuerbare Energien im Bestand

Als erneuerbare Energien gelten unter anderem solare Strahlungsenergie, Biomasse, Geothermie und Umweltwärme. Im Bestand ist der einfachste Einstieg meist die Sonne: Sonnenkollektoren für Warmwasser lassen sich an eine vorhandene Heizung anbinden, ohne dass die ganze Anlage getauscht werden muss.

Ob sich das lohnt, hängt an Dachfläche, Ausrichtung und daran, wie viel Warmwasser im Haushalt gebraucht wird. Bei zwei Personen im Haus rechnet sich eine große Kollektorfläche selten, bei fünf oft schon.

Wir sagen Ihnen ehrlich, wenn die Rechnung nicht aufgeht. Eine Anlage, die zwanzig Jahre braucht, um sich zu tragen, ist keine Empfehlung.

Die üblichen Wege im Bestand

Gas-Brennwert bleibt im Bestand der einfachste Austausch, wenn Anschluss und Schornstein vorhanden sind. Der Umbau ist an einem bis zwei Tagen erledigt, die Vorlauftemperatur darf hoch bleiben, und die Investition ist überschaubar. Was langfristig auf Gaspreis und Regeln zukommt, gehört allerdings in die Rechnung.

Eine Wärmepumpe arbeitet dann wirtschaftlich, wenn die Heizflächen mit niedriger Vorlauftemperatur auskommen. Im unsanierten Altbau mit kleinen Heizkörpern ist das selten der Fall, im teilsanierten Haus mit großen Flächen oft schon. Manchmal genügt es, in zwei Räumen die Heizkörper zu tauschen, um die Temperatur zu senken.

Pellet und Holz sind eine Option, wenn Lagerraum vorhanden ist und jemand bereit ist, sich um Beschickung und Asche zu kümmern. Diese Frage entscheidet in der Praxis öfter als die Technik.

Was am Ende über die Wahl entscheidet

Anlage aufnehmen lassen

Ein Termin im Heizraum sagt mehr als jede Ferndiagnose.